Schulfreundschaftsprojekt Dunga – Brühl

"Behandelt die Erde gut.

Sie wurde euch nicht von euren Eltern gegeben. Sie ist euch von euren Kindern geliehen.“

Kenianisches Sprichwort.

SCHULFREUNDSCHAFTSPROJEKT DUNGA - BRÜHL (KENIA - DEUTSCHLAND)

Seit dem Schuljahr 2014/15 gibt es an der Gesamtschule Brühl ein neues Schülerprojekt, bei der interkulturelle Freundschaft, ökologische und entwicklungspolitische Interessen und die Förderung der englischen Sprache im Vordergrund stehen.


30 Schülerinnen und 30 Schüler der Jahrgangsstufen 6 und 7 unserer Schule haben im ersten Projektjahr Brieffreunde in der Dunga Primary School am Lake Victoria in Kenia gefunden. Ganz „altmodisch“ werden die Briefe noch per Hand geschrieben und auf dem Postweg zugestellt, was durchaus drei Wochen dauert – in Zeiten der Globalisierung und im medialen Zeitalter wird so erst nachvollziehbar, wie groß doch unsere Welt ist und wie lange die Wege wirklich dauern. Eben nicht nur ein Mausklick!
Kenia war von 1920 bis 1963 offiziell britische Kronkolonie. Die englische Sprache ist auch nach der Unabhängigkeit neben Kisuaheli offizielle Amtssprache. Der Briefwechsel zwischen den Schülerinnen und Schülern in Brühl und Dunga (Kenia) findet daher ganz unproblematisch auf Englisch statt.


In Zusammenhang mit der Nichtregierungsorganisation Ecofinder (http://www.ecofinderkenya.org/) und lokalen Organisationen im Köln-Bonner-Raum sollen zudem mindestens einmal pro Jahr Projekte zu umwelt- und/ oder entwicklungspolitischen Themen durchgeführt werden. Diese Projekte sollen – möglichst zeitgleich – in Brühl und in Dunga (Kenia) stattfinden und die Schülerinnen und Schüler für globale Umwelt- und Armutsprobleme sensibilisieren, sie aber auch zu Problemlösungen motivieren.


Die moderne Kommunikationstechnik soll helfen, dass einmal pro Jahr ein gemeinsames Treffen stattfindet. Falls es die Internetverbindungen in Brühl und Kenia zulassen, werden wir uns zu einem Skype-Meeting treffen und uns so „virtuell lebendig“ kennenlernen.

DUNGA - EIN KLEINES FISCHERDORF AM LAKE VICTORIA

Dunga ist ein kleines Fischerdorf im Nordosten des Viktoriasees, der sich im Westen Kenias befindet. Dunga liegt nur wenige Kilometer von der Großstadt Kisumu entfernt und gehört der Provinz Nyanza an. Der Name Dunga bedeutet „a place of deep waters“ (ein Platz mit tiefen Gewässern).

Das Dorf selbst ist eine lose Ansammlung von einfachen Lehm- oder Steinhäusern, die sich über ein großes Areal ausbreiten. Die Atmosphäre ist friedlich: Zwischen den Häusern picken die Hühner, kräht der Hahn, grast eine Kuh, stehen Maispflanzen, weht die Wäsche in der Brise vom Viktoriasee. Und immer wieder hat man eine phantastische Aussicht auf den gigantischen Viktoriasee.


Hektischer und betriebsamer geht es dabei am Dunga Beach zu – dem „Hafen“ Dungas. Dutzende von einfachen, bunten Segelbooten der Fischer liegen in der kleinen Bucht. Ab und zu gleitet ein kleines Fischerboot auf den See hinaus oder wieder in den Hafen hinein.


Die Bevölkerung, zumeist vom Stamme der Luo (drittgrößte Ethnie in Kenia), lebt vom Fischfang und Fischverkauf, Ackerbau spielt nur eine untergeordnete Rolle zur Selbstversorgung. Gefangen werden Tilapia (afrikanischer Buntbarsch) und Viktoriabarsch (Nilbarsch), der in den 1960er Jahren im Viktoriasee ausgesetzt wurde und sich in kurzer Zeit so stark vermehrte, dass er viele einheimische Fischarten verdrängte und einige Fischarten sogar ausstarben. Nachts werden zudem Omena gefangen – winzige Süßwassersardinen, die tagsüber zum Trocknen ausgelegt werden und auf diese Weise konserviert werden können.


Der Fischfang hat eine lange Tradition und eine große Bedeutung am Viktoriasee. Der Viktoriabarsch (filetiert und gefroren) wird zu einem großen Teil per Flugfracht nach Europa exportiert. Doch Überfischung und Umweltverschmutzung haben auch hier zu einem drastischen Rückgang der Fischbestände geführt. Hinzukommt, dass die Fangmindestgrößen nicht eingehalten werden. So werden selbst kleinste Fische dem See entnommen, so dass sich die Bestände nicht erholen können.


Der Fisch, der nicht in den Handel geht oder in den Familien verzerrt wird, wird am Dunga Beach zum Verzehr angeboten. Einheimische Frauen braten den Fisch und servieren ihn an Ort und Stelle – als „Fingerfood“ auf Zeitungspapier. Die Nichtregierungsorganisation Ecofinder (http://www.ecofinderkenya.org/) hat dazu beigetragen, dass die Frauen mit effizienten Kochherden ausgestattet wurden. Statt der „3-Steine-Methode“, die unheimlich viel teuren Holzes verschwendet, gibt es jetzt geschlossene Kochherde, die mit getrockneten Papyrusstengeln betrieben werden können. Papyrus gibt es hier am Lake Viktoria in Hülle und Fülle – ein Rohstoff, der immer und umsonst zur Verfügung steht und niemals zur Neige geht.


Dunga Beach ist Ausflugsziel für Schulklassen und vereinzelt auch für Touristen. Aus ganz Kenia – Nyanza, Rift Valley, Western, Nairobi und sogar aus Ostkenia – treffen Schulbusse ein. Und selbst auf Klassenfahrten tragen die Schülerinnen und Schüler ihre obligatorischen Schuluniformen – undenkbar in Deutschland!!


Von Dunga Beach aus kann man mit kleinen, bunten Motorbooten in See stechen und die wunderschöne Flora und Fauna des Viktoriasees bestaunen. Neben üppigen Papyrusfeldern und Mangroven gibt es eine Vielzahl von Vögeln, darunter zum Beispiel Störche, und Krokodile. In der Region leben auch Sitatungas – eine afrikanische Antilope, auch Wasserkudu, Sumpfbock oder Sumpfantilope genannt.


Die meisten Besucher kommen jedoch wegen der „Hippos“, der Flusspferde. Tagsüber dösen die Hippos in ruhigen Gewässerbereichen, lediglich ein kleiner Teil des gigantischen Kopfes schaut dann aus dem Wasser. So können sie ihre Körper und Haut vor der sengenden Sonne und großen Hitze schützen und kühlen und ihre kurzen Stummelbeinchen von ihrem großen Gewicht entlasten. Flusspferde sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Sie verlassen dann das Wasser und begeben sich am Land auf Nahrungssuche. Wie Kühe stehen sie nachts auf den Wiesen und grasen. Doch die Idylle trügt! Flusspferde sind die gefährlichsten Tiere Afrikas. Durch einen Angriff von Flusspferden sterben in Afrika jedes Jahr mehr Menschen als durch alle anderen Tiere zusammen. Obwohl Flusspferde nur Vegetarier sind, ist ihr Kiefer mit den großen Zähnen so stark, dass sie damit Menschen töten können. Aber auch der Mensch bedroht die Hippos und schränkt deren Lebensraum immer weiter ein.


Der Lake Victoria ist der zweitgrößte Süßwassersee der Welt. Bedauerlicherweise ist er inzwischen auch einer der am stärksten kontaminierten Seen der Welt. Im Einzugsbereich des Viktoriasees leben schätzungsweise 30 Mio. Menschen in den drei Staaten Kenia, Tansania und Uganda, von denen viele keine Toilette oder nur ein Plumpsklo besitzen. Insbesondere in der Regenzeit werden daher große Mengen an Fäkalien in den See geschwemmt.
Die in Dunga ansässige Nichtregierungsorganisation Ecofinder hat sich zum Ziel gesetzt, die einzigartige Artenvielfalt am Lake Viktoria – insbesondere die Sumpf- und Feuchtgebiete – zu erhalten. In dem Dunga Wetland Pedagogical Centre können sich Schulklassen und andere interessierte Besucher über die Flora und Fauna des Sees informieren lassen und haben Einblick in die Arbeit von Ecofinder: nachhaltiger Umweltschutz und Armutsbekämpfung.

 

 

Weitere Fotos aus Dunga auf Impressionen

DAS KENIANISCHE SCHULSYSTEM IND DIE DUNGA PRIMARY SCHOOL

Das Schulsystem in Kenia orientiert sich am britischen Schulsystem. Seit 1985 gibt es das 8-4-4 Schulsystem, was bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler zunächst 8 Jahre an der Grundschule lernen (Primary School), dann 4 Jahre an einer weiterführenden Schule (Secondary School) und danach ggf. 4 Jahre an einer Universität (College). Der Grundschule vorgeschaltet ist eine Vorschule (Nursery School). Der Besuch der Grundschule ist obligatorisch, die weiterführende Bildung freiwillig.


Unterrichtssprache in allen Bildungsinstitutionen ist in der Regel Englisch. Kisuaheli ist ein eigenes Unterrichtsfach.


Das Schuljahr beginnt in Kenia im Januar und ist unterteilt in 3 Terms mit Ferien. Das Tragen einer Schuluniform und von Schuhen ist Pflicht. Dabei hat jede Schule ihre eigene Uniform.


Obwohl 2003 die Schulgebühren für staatliche Grundschulen abgeschafft wurden, müssen die Eltern die Kosten für Schuluniform und Unterrichtsmaterial aufbringen. Oftmals werden auch nicht genügend Lehrpersonen vom Staate eingestellt, so dass sog. „Volunteer teacher“ (freiwillige Lehrer) beschäftigt und von den Eltern bezahlt werden müssen. Da die Schulbildung in vielen staatlichen Schulen ein niedriges Niveau aufweist, da Lehrer unterqualifiziert und die Klassen überfüllt sind, versuchen viele Eltern ihre Kinder auf kostenpflichtige Internate (Boarding Schools) zu schicken.


Am Ende der Grundschule (8. Klasse) findet in ganz Kenia eine standardisierte Abschlussprüfung, das Kenyan Certificate of Primary Education (KCPE), statt. Ein gutes Abschneiden bei den zentralen Abschlussprüfungen ist Voraussetzung für die Annahme an einer Secondary School.


Die weiterführende Secondary School (staatlich oder privat) ist kostenpflichtig. Viele Familien können die Kosten hierfür jedoch nicht mehr aufbringen. Besonders begabte Schülerinnen und Schüler werden durch Stipendien gefördert. Finanziell besser gestellte Eltern schicken ihre Töchter/ Söhne auf (teure) Privatschulen, die oftmals nach britischem Vorbild ausgerichtet sind.
Im Gegensatz zu Deutschland sind alle Secondary Schools in Kenia Gesamtschulen.
Am Ende der Secondary School (12. Klasse) findet erneut eine standardisierte Abschlussprüfung statt – das Kenyan Certificate of Secondary Education (KCSE).

Auch an der Dunga Primary School sind Klassenstärken von 30 – 40 und sogar fast 50 Schülerinnen und Schülern nichts außergewöhnliches. Es ist die einzige Grundschule in Dunga und die Kinder müssen somit aufgenommen werden. Da die Schülerzahl weiterhin stark zunimmt, werden im Moment weitere Klassenräume gebaut.

 

 

Weitere Fotos aus Dunga zur Primary School auf Impressionen

AKTIVITÄTEN DER SCHÜLERSCHAFT

2014

Tag der offenen Tür am 12. November 2014


Informieren, genießen und mitmachen – so lautete das Motto, mit dem sich das neu gegründete Projekt „Schulfreundschaftsprojekt Dunga-Brühl (Kenia – Deutschland)“ am Tag der offenen Tür präsentierte.


Neben Informationen zur Projektidee, zur Dunga Primary School und zum Leben in Dunga am Lake Victoria, konnten die Besucher in zwei Workshop-Angeboten „afrikanischen Perlenschmuck“ und „afrikanische Rasseln“ aus Astgabeln und Kronkorken basteln. Letzteres ganz im Sinne des Upcycling-Gedankens. Denn in Afrika gilt nicht: Immer neu, immer besser, immer teurer, immer aktuell… In Afrika muss man erfindungsreich sein und aus Altem Neues und aus Resten Ganzes herstellen. Hier können sich nur wenige ständig neue Produkte leisten.


Cake-Pops, dies ist keine afrikanische Spezialität, aber „der Renner“ bei unseren Schülerinnen und Schülern und auch offensichtlich bei den Besuchern, denn schnell waren alle Cake-Pops verkauft und gegessen.


Chai hingegen ist das kenianische Nationalgetränk – ein stark gesüßter Schwarztee mit reichlich Milch. Er ist ein Relikt aus der englischen Kolonialzeit (1920 – 1963) und wird an der Küste gerne auch mit Gewürzen getrunken, z.B. mit Zimt und Kardamon – ein Einfluss indischer und arabischer Händler. Letztere siedelten sich schon Ende des 1. Jh. n.Chr. an der Küste Ostafrikas an.


Tee wächst in Kenia heute v.a. in den Regionen Kericho, Limuru-Kiambu, Nandi, Nyeri und Meru.


Chai wird in Kenia zu jeder Tageszeit getrunken… morgens, mittags, nachmittags, abends, nachts. Und das in ganz Kenia und bei jedem der 42 Volksstämme.


Bei einer Tasse Tee werden Kontakte geknüpft, Alltagsgeschäfte abwickelt, Pläuschchen gehalten, Konflikte behoben, Ehen arrangiert…


Ein Chai ist eben für alles gut!!


Und so sahen das auch unsere Besucher, die sich den Chai sehr haben munden lassen.

 

Die Einnahmen aus dem Verkauf des Chais, der Cake-Pops und der Workshops werden zur Durchführung des Projektes verwendet.

 

 

2015

Erhalt des ersten Briefes aus Dunga (Kenia) im Februar 2015


Anfang Februar war es dann endlich so weit: Die ersten Originalbriefe aus Kenia wurden uns in einem dicken Paket zugestellt. Für unsere Schülerinnen und Schüler war es ein besonderer Moment.


Was bitte schön sind denn Ugali und Sukuma Wiki? (Anm.: Maisbrei und spinatähnliches Gemüse)


Wie bitte: Meine Gastschwester hat 8 Geschwister…!?! (Anm.: Ja, in ländlichen Gegenden nichts Ungewöhnliches.)


Eine ganz schön andere Welt offenbart sich unseren Schülerinnen und Schülern und macht sie neugierig, mehr über das Leben in Dunga am Lake Victoria in Kenia zu erfahren und das auf Englisch im nächsten Brief zu erfragen. Dabei ist auch Fingerspitzengefühl angesagt, wenn unsere Schülerinnen und Schüler über ihr eigenes Leben im nächsten Brief berichten sollen. Denn das Leben in Dunga ist einfach und die Menschen alles andere als wohlhabend.

 

 

Ginkgo-Baumpflanzaktion am 26. Februar 2015


Als Symbol der wachsenden Freundschaft zwischen der Dunga Primary School und der Gesamtschule Brühl soll sowohl in Dunga als auch in Brühl ein Ginkgo-Baum gepflanzt werden.


Gleichzeitig soll das Pflanzen eines Baumes ein Symbol sein gegen die weltweite Abholzung von Wäldern und ein Aufruf zum Schutz dieser bzw. zur Wiederaufforstung.


Die Bedeutung von Bäumen erkannte auch Wangari Maathai, die sogenannte „Mutter der Bäume“ (1940 – 2011). Die kenianische Professorin, Wissenschaftlerin, Politikerin (u.a. Ministerin für Umweltschutz) pflanzte mit ihrer Umweltbewegung „Green Belt Movement“ (Bewegung Grüner Gürtel) etwa 30 Mio. Bäume in Kenia, in dem seit 1950 etwa 90% des Baumbestandes abgeholzt wurden. Die Bäume, die vor allem durch Frauen gepflanzt wurden, versorgten viele Familien in Kenia mit Brennstoff, Nahrung, Bauholz und sicherten damit auch Einkommen und Ausbildungsmöglichkeiten für die Kinder.


Für ihre Arbeit erhielt sie 1984 den Alternativen Friedensnobelpreis (Right Livelihood Award) und 2004 den Friedensnobelpreis in Oslo.
Aber warum nun ein Ginkgo-Baum? Ein Baum, der aus China stammt…


In Kenia herrscht tropischen Klima, in Deutschland gemäßigtes. Einen Baum zu finden, der in beiden Klimazonen wächst ist denkbar schwierig. Der Ginkgo-Baum kann dies jedoch.


Zudem ist der Ginkgo-Baum (Ginkgo biloba) ein äußerst interessanter und symbolträchtiger Baum. Er ist ein „lebendiges Fossil“, denn die Urform dieses Baumes war bereits vor über 300 Mio. Jahren auf der Erde heimisch. Ginkgo-Bäume können sehr alt werden – 1000 Jahre oder mehr. Und in China gibt es sogar einen etwa 4000 Jahre alten Ginkgo-Baum. Viele Kulturen verehren den Ginkgo-Baum als Symbol für ein langes Leben, Freundschaft, Anpassungsfähigkeit und Unbesiegbarkeit. In China und Japan gibt es viele Tempelanlangen und heilige Pilgerorte mit Ginkgo-Riesen von bis zu 40 Metern und einem Umfang von 10 – 16 Metern.


Das deutsche „Kuratorium Baum des Jahres“ erklärte um den Jahrtausendwechsel den Ginkgo-Baum zum Mahnmal für Umweltschutz und Frieden und zum Baum des Jahrtausends.


Bis in Brühl oder Dunga 40 Meter hohe und 1000 Jahre alte Giganten wachsen, müssen sich unsere Schülerinnen und Schüler noch „etwas“ gedulden. Zunächst wurden nur die Ginkgo-Samen in Blumentöpfe gesät. Bis daraus dann ein halbwegs robustes Pflänzchen entsteht, was auf unser Schulgelände gepflanzt werden kann, wird es noch dauern.


Eine tausendjährige Freundschaft mit der Dunga Primary School wünschen wir uns aber!!!

 



Skype-Meeting im Jugendkulturhaus Passwort CULTRA am 21. Mai 2015


Am 21. Mai 2015 war es endlich so weit!! Endlich konnten unsere Schülerinnen und Schüler ihre Brieffreundinnen und –freunde in Kenia persönlich kennenlernen und mit ihnen von Angesicht zu Angesicht chatten.


Nachdem sich unsere SchülerInnen zunächst am Büffet mit selbstgebackenem Kuchen gestärkt hatten, klingelte endlich das „Skype“-Telefon… die Nervosität der SchülerInnen stieg merklich an: „Es klingelt! Oh Gott, was soll ich bloß sagen? Ich krieg´ bestimmt keinen Ton auf Englisch raus!!“


Gespannt und gebannt saßen dann sowohl unsere Brühler SchülerInnen als auch die kenianischen SchülerInnen vor dem Computerbildschirm bzw. Flachbildfernseher.


Jede Schülerin und jeder Schüler hatte dann Zeit, ein kurzes Gespräch mit seinem Briefpartner zu führen – natürlich auf Englisch! „Wie alt bist du? In welche Klasse gehst du? Welches sind deine Lieblingsfächer? Was sind deine Hobbies? Was ist dein Lieblingsessen? Was willst du einmal nach der Schule machen?“… Sicherlich Fragen und Antworten, die man schon in den Briefen geschrieben und gelesen hat, aber die jetzt aufgrund der Aufregung und des ersten persönlichen Kennenlernens nochmals gestellt und beantwortet wurden.


Nach Abschluss dieser Runde stellten sich die SchülerInnen noch abwechselnd für diesen Tag vorbereitete Fragen über Land und Leute.


Die Freude aller SchülerInnen war groß, es wurde sehr viel gelacht und Komplimente gemacht: „You are so beautiful! You are so pretty!“


“Können wir das bald nochmal machen?” – so das Fazit unserer Schüler.

 

 

 

Projekttage „Upcycling“ vom 17. – 19. Juni 2015


Immer neu, immer frisch, immer aktuell, immer etwas Anderes… So lebt es sich in unserer Wohlstandsgesellschaft, wo der tägliche Einkauf, aber auch das tägliche Wegwerfen zur Normalität geworden ist. Doch der Abfallberg wächst weltweit immer weiter und bedroht die natürlichen Ökosysteme und den Menschen selbst.


450 kg bis über 600 kg Müll produziert jeder Deutsche pro Jahr. Wenn man den gesamten häuslichen Abfall eines Jahres in Deutschland auf einem Fußballfeld von 105 mal 68 Metern aufstapeln würde, dann wäre der Stapel fast 6.000 Meter hoch! Damit wäre er der höchste Berg Europas – über 1.000 Meter höher als das berühmte Matterhorn!


https://wiki.schoolix.org/Abfall

 

 

 

Zeit umzudenken!!


Während der dreitägigen Projekttage erfuhren unsere Schülerinnen und Schüler am ersten Tag vielfältige Informationen rund um das Thema „Müll“. Mit vielen spielerischen und kreativen Ideen brachte unsere Referentin, die Diplom-Geographin Ingrid Küsgen, das Thema den SchülerInnen auf motivierende Art und Weise näher: Wie lange braucht es, bis sich Obst, Papier, eine Konservendose, Plastik, eine Glasflasche… zersetzt? Was passiert mit unserem Abfall? Was für und wie viel Abfall produzieren wir? Welcher Abfall wird recycelt? Wie verläuft die weltweite Produktionskette einer Jeans? Was hat es mit den gigantischen Plastikstrudeln in den Ozeanen auf sich? Wie vermeidet man Abfall bzw. wie wird man ein besserer Konsument?


Dann ging es an das eigentliche Upcyceln von Abfall. Im Vorfeld hatten LehrerInnen und SchülerInnen bereits Berge von geeignetem Abfall gesammelt, so dass viel Material zum Basteln und Experimentieren zur Verfügung stand.


So bastelten die SchülerInnen aus ausrangierten Schulbüchern oder alten Comics wunderschöne Visitenkarten-/ Postkartenhalter. Aus alten Atlaskarten oder alten Kalenderblättern entstanden neue Briefumschläge oder Schmetterling-Mobilés. Alte Saft- und Milchtüten erlebten eine Wiederauferstehung als kleine Geldbörsen. Handy-Halterungen (zum Laden) wurden aus alten Shampoo- und Duschgelflaschen hergestellt. Aus alten Eierkartons entstanden kunstvolle Rosen zur Tischdekoration und aus alten Toilettenrollen Tischblumen und Eulen. Selbst eine alte Plastiktüte wurde wiederverwertet: In Streifen geschnitten und gehäkelt wurde daraus ein Handy-Täschchen. Aus alten Konservendosen und Marmeladengläschen wurden hübsche Aufbewahrungsbehälter geschaffen.


Dass Müll ein weltweites Problem ist, welches noch augenfälliger ist in vielen Entwicklungsländern, wie z.B. in Afrika, erfuhren die SchülerInnen anhand mehrerer Dokumentarfilme. Was für uns unvorstellbar ist, ist in den (Groß)Städten Afrikas Normalität: Menschen, die an bzw. von riesigen Müllhalden leben und dort brauchbare Reste aus dem stinkenden Müll fischen und diese zu ihrem eigenen Konsum oder zum Verkauf verwenden.

 

 

Schulfest am 20. Juni 2015


Die während der drei Projekttage hergestellten Upcycling-Kunstwerke wurden am Schulfest ausgestellt. Zudem gab es auch einen Verkaufsstand mit Upcycling-Produkten und Mitmachaktionen, in denen die Besucher selber aus Abfallprodukten Neues herstellen konnten.


Vielfältige Informationen über das Dunga-Brühl-Schulfreundschaftsprojekt und über das Thema „Müllproblem und Müllvermeidung“ standen den Besuchern auf Plakaten und Informationswänden zur Verfügung. Fotos und Videos zum Schulprojekt und zum Thema „Müll in Afrika“ veranschaulichten die Projektthemen.

 

 


Projekttag „Upcycling“ in Dunga am 29. Juni 2015


Am 29. Juni 2015 wurde in der Dunga Primary School in Dunga Beach/ Kisumu ein Upcycling-Projekt durchgeführt. An dem Projekt nahmen 15-20 Schüler teil. Geleitet wurde das Upcycling Projekt von Nicolai von Sethe (Anm.: Weltwärtsfreiwilliger der NGO Ecofinder).


Das Upcycling-Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Brühl gestaltet. In der ersten Pause sammelten die Schüler vor allem Plastikmüll vom Schulgelände. Die Schüler wollten aus dem Abfall Fußbälle und Drachen bauen sowie einen Handhelikopter.
Die Handwindmühle wurde aus kurzen leichten Papyrusstöcken und Papier gefertigt. Papierstücke wurden an beiden Enden auf der gegenüberliegenden Seite des Papyrus befestigt. Papyrusrotor und –halter wurden mit einem winzigen dünnen Ast miteinander verbunden.


Die Flugdrachen stellte man aus zerrissenen Plastiktüten und Papyrus her. Wieder einmal wurde das leichte Papyrusholz als Streben benutzt zum Spannen der zerrissenen Plastiktüten. Der Drachenschwanz wurde aus zusammengeknoteten Plastiktütenstreifen gebaut und mit einem kleinen leichten Plastikstrauch am Ende versehen, um ein Gegengewicht zur Stabilisierung zu haben.
Das letzte Upcycling-Produkt waren die Fußbälle. Verschiedenster Müll wurde in eine Plastiktüte gesteckt und zu einem Ball gepresst. Die überstehenden Teile der Hauptplastiktüte wurden mit einem Stein abgeschnitten. Danach schnürten die Schüler den Ball mit einem dicken Faden zusammen.


Durch das Upcycling-Projekt wurde der Schulhof gesäubert, die Schüler konnten ihre Kreativität beweisen sowie Geschick für praktische Arbeit. Im Großen und Ganzen war das Upcycling Projekt eine erfolgreiche Veranstaltung und die Schülerinnen und Schüler hatten noch großen Spaß an dem, was sie hergestellt haben.

 

 

Tag der offenen Tür im November 2015


Am diesjährigen Tag der offenen Tür präsentieren sich unsere Schülerinnen und Schüler des Dunga-Brühl-Freundschaftsprojekts mit einem umfassenden, informativen Stand, in dem neugierige Besucher viel über das Fischerdorf Dunga am Viktoriasee im Westen Kenias, über die Dunga-Primary-School und über die im ersten Projektjahr durchgeführten Aktionen und Projekte erfahren können. Darunter gehören auch interessante Informationen über das einwöchige Projekt zum Thema „Müllproblematik“ und die dazugehörigen Ausstellungsprodukte: Upcyclingprodukte - kunstvoll aus Müll hergestellte Gebrauchsgegenstände.


Um den Besuchern auch einen Einblick in die kulinarischen Gewohnheiten Kenias zu bieten, haben unsere Schülerinnen und Schüler Ugali-Sticks mit Gemüse-Curry zubereitet. Ugali ist ein aus Maismehl zubereiteter Brei, der in Kenia das Grundnahrungsmittel darstellt.

 

 

 

2016

Afrikanisch Kochen in Brühl am 24. Mai 2016


Eigentlich wollten wir die Mitglieder unseres Schulpartnerschaftsprojekts mit Dunga in Kenia beim Kochprojekt am Ende des Schuljahres überraschen. Wir hatten ihnen nicht verraten, dass afrikanisch Kochen Feuerholz sammeln, Wasser tragen und eine Feuerstelle auf dem Schulhof bedeutet. Allerdings machte das schlechte Wetter uns einen Strich durch die Rechnung. Aber auch in der Schulküche hatten die Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen viel Spaß bei der gemeinsamen Zubereitung eines typisch kenianischen Essens aus der Region Kisumu, in der auch Dunga liegt. Unterstützt wurden wir dabei von Frau Jeanette Juch, die selbst in der Region Kisumu aufgewachsen ist und den Kindern während des gemeinsamen Kochens und Essens viele persönliche Erfahrungen vom alltäglichen Leben in Afrika weitergeben konnte.


Ebenso lehrreich waren sicherlich die Erfahrungen mit den afrikanischen Lebensmitteln … Chilischoten aus dem Afrika Shop sind schaaaarf!

 

 

Deutsch Kochen in Dunga im Juni 2016


Das Kochprojekt startete damit, dass Joram, der Koch, und ich, Rebecca, die Freiwillige von Ecofinder, am Tag vor dem eigentlichen Projekt alle Zutaten und Materialien in der Stadt besorgten. Dazu gehörten eine große Menge an Kartoffeln, Hackfleisch, welches wir vorbestellen mussten, Pappteller, Gewürze, Zwiebeln etc. Denn als deutsche Gerichte hatten wir Kartoffelpuffer und Frikadellen ausgewählt, zwei Gerichte, die einfach zuzubereiten sind und deren Zutaten auch vorhanden waren.


Als ich dann am nächsten Tag das Hackfleisch vom Metzger abgeholt und Holzkohle von einigen Frauen in Dunga gekauft hatte, machte ich mich auf den Weg zur Schule, wo Joram, Serge (der Restaurantbetreiber) und seine Frau bereits warteten. Als die Kinder dann ebenfalls versammelt waren erklärten wir zuallererst unser Vorhaben und was für Gerichte wir zusammen kochen würden - die Vorfreude der Schüler war groß.


Also fingen wir an die Frikadellen zu machen, einige der Schüler konnten beim Schneiden der Zwiebeln und andere beim Vermischen des Hackfleisches mit den Gewürzen helfen, während die anderen Serge und seiner Frau zuhörten, die erklärten, woher diese Gerichte stammen. Ähnlich ging es auch bei den Kartoffelpuffern voran, sodass wir durch die ganze Hilfe schnell mit den Vorbereitungen fertig waren und es an das richtige Kochen gehen konnte. Dafür hatten wir einen großen und einen kleinen Kohlegrill bzw. -ofen, in Kenia “jiko” genannt. Einfachheitshalber frittierten wir die Frikadellen statt sie einzeln zu braten. Trotzdem dauerte dieses sehr lange – noch viel länger brauchten jedoch die Kartoffelpuffer. Wir brieten sie auf dem Deckel eines großen Kochtopfes, den wir auf den Grill gelegt hatten.


Es dauerte insgesamt 3-4 Stunden, bis die Schüler endlich essen konnten. Während dieser Zeit saßen alle ganz geduldig und relativ ruhig auf ihren Plätzen und warteten auf das heiß ersehnte Essen, ich war ganz perplex und beeindruckt von ihrer Geduld. Als erstes durfte der Head Teacher probieren, zu den Kartoffelpuffern hatten wir noch schnell eine braune Sauce gemacht, damit es nicht zu trocken wurde. Er war auch ganz begeistert. Zu dem Zeitpunkt waren wir alle schon ziemlich verschwitzt und müde, da es so lange gedauert hatte und auch recht anstrengend gewesen war, doch als die Kinder endlich essen konnten wussten wir, dass es sich gelohnt hatte, denn die Begeisterung war riesig! Allen schmeckte es und mir wurde mehrmals aufgetragen, ganz liebe Grüße und ein großes Dankeschön dafür, dass dieses Projekt ermöglicht wurde, nach Brühl zu schicken.

Rebecca Cardebring – Weltwärts-Freiwillige bei der NGO „Ecofinder“ in den Jahren 2015 – 2016

 

 

Werbung neuer Schülerinnen und Schüler im Oktober 2016


Das Dunga-Brühl-Schulfreundschaftsprojekt geht in die zweite Runde und unsere „Gründergeneration“, die inzwischen im 8. und 9. Jahrgang ist, soll nach den zwei Projektjahren entlassen werden, denn in Kenia verlassen die Schülerinnen und Schüler nach dem 8. Jahrgang die Grundschule, um dann mit der Sekundarschule fortzusetzen oder einen Beruf zu lernen. Doch insgesamt 16 der einst 30 „Alten“ bleiben unserem Projekt treu und wollen sich auch in Zukunft engagieren.


In den neuen 6er Jahrgängen stellen wir zusammen das Projekt vor und erzählen den neugierigen „Kleinen“, wo Dunga liegt, wie die Menschen dort leben und wie die Kinder dort auf der Grundschule lernen. Des Weiteren berichten die „Großen“ von den Projekten, die wir in den ersten zwei Jahren in Deutschland und Kenia durchgeführt haben.


Insgesamt 12 Schülerinnen und 6 Schüler aus den vier Klassen des 6. Jahrgangs schreiben sehr schöne und nette Briefe an eine noch unbekannte gleichaltrige Person an der Dunga Primary School – der Beginn einer neuen und hoffentlich lebendigen Freundschaft.

 

 

Tag der offenen Tür am 4. November 2016


Auch in diesem Jahr präsentieren unsere Schülerinnen und Schüler wieder einen schönen und informativen Stand zum Dunga-Brühl-Schulfreundschaftsprojekt, an dem sich interessierte neue Schülerinnen und Schüler und deren Eltern informieren können.
Zum Probieren und Aufwärmen servieren wir den landestypischen „Chai“ - ein stark gesüßter Schwarztee mit reichlich Milch und auch kräftigen Gewürzen, wie er an der kenianischen Küste zubereitet wird.
Der durch den Verkauf erwirtschaftete Gewinn und an diesem Tag gesammelte Spenden werden zur Durchführung von Projekten an der Partnerschule in Kenia verwendet.
Vielen Dank für die Unterstützung! Asante sana!!!

 

 

Weitere Fotos auf Impressionen