Austauschprogramme an der Gesamtschule Brühl

Schulpartnerschaften weltweit

Die Gesamtschule der Stadt Brühl pflegt Schulpartnerschaften mit den Partnerstädten Brühls und mit Schulen in Frankreich, Spanien, Polen, der Schweiz und sogar mit Schulen in Peru.

DIE ERSTE SCHULPARTNERSCHAFT

Im Jahr 2001 besuchten uns erstmalig unsere Partner aus der polnischen Partnerstadt Kunice in Niederschlesien. Kunice ist der Geburtsort der ehemaligen Brühler Bürgermeisterin Westphal, deren persönliches Anliegen um Völkerverständigung zur Gründung des Vereins „Aktion Gemeinsinn“ und zu einer Städtepartnerschaft zwischen Brühl und Kunice führte. In diesem Zusammenhang wurde die Gesamtschule im Jahre 2001 gefragt, ob es nicht möglich sei, eine Gruppe von Schüler/innen aufzunehmen. Da die Schule sich der Friedenserziehung seit ihrer Gründung verpflichtet fühlt, wurde dieser Anfrage gerne entsprochen. Diese erste Schulpartnerschaft war der Anfang einer stabilen, sich ständig erweiternden Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern im europäischen und außereuropäischen Raum.

 

Mittlerweile haben sich durch private Kontakte von Kolleg/innen und mit den Partnerstädten Brühls auch Beziehungen zu Schulen in Frankreich (Douai und Sceaux), Spanien (Binissalem/Mallorca, Leganés/Madrid), Russland (Moskau), der Schweiz (Luzern) und Peru (Arequipa) entwickelt. Diese Kontakte mündeten in regelmäßigen gemeinsamen COMENIUS- und Erasmus+-Projekten und einem regen Austauschprogramm mit den Partnerschulen.

(Klaus Sautmann, Europakoordinator)

SCHÜLERAUSTAUSCH MIT KUNICE (POLEN) SEIT ÜBER 10 JAHREN

„Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt...“ über das letzte Wort stolpert Lucas dann doch wieder „:.Bauleid“ und es wird wieder gelacht im deutsch-polnisch besetzten Schulbus. Die Polen lieben Zungenbrecher. Ob dabei auch jedes einzelne Wort verstanden wird, ist inzwischen nicht mehr so wichtig. Was zählt, ist die Stimmung, und die ist auf der gemeinsamen Busfahrt gut. Wir sind auf dem Weg zu einem Park, in dem die besonderen Sehenswürdigkeiten Schlesiens im Kleinformat dargestellt werden. Prächtige Schlösser wurden hier liebevoll nachgebaut und werden uns von einem Führer mit polnischem Akzent erklärt. Früher lebten hier viele Deutsche. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden sie aber umgesiedelt beziehungsweise vertrieben. Dass Deutsche aber in diesem Teil Polens Schreckliches hinterlassen haben, erfahren wir am nächsten Tag bei der Besichtigung des Konzentrationslagers Groß-Rosen. Die Verbrechen während der Nazizeit werden hier anschaulich und bleiben dennoch unbegreiflich. Sowohl bei den deutschen wie auch bei den polnischen Schülern sieht man in betroffene Gesichter.

Während der vergangenen Tage haben wir uns immer besser kennengelernt. Wir haben in Gastfamilien gelebt und wurden bewirtet, bis wir nichts mehr essen konnten. Wir haben uns mit Händen und Füßen sowie einfachem Deutsch und Englisch verständigt und einige gemeinsame Unterrichtsstunden in der polnischen Schule gehabt. Anfangs waren wir schüchtern und verhalten, aber am Ende unseres 5-tägigen Aufenthaltes war bei vielen klar, dass man über E-Mail auch weiterhin in Kontakt bleiben will.

Ein halbes Jahr später sahen wir uns dann in Brühl wieder. Natürlich hatten wir für unsere polnischen Gäste ein attraktives Programm zusammengestellt: Kölner Stadtrallye mit Dombesteigung, Kletterwald und Phantasielandbesuch ...Wichtiger war aber: Aus polnischen Unbekannten waren nun Freunde geworden, mit denen wir uns trotz einiger Sprachschwierigkeiten „verstanden“ haben. Und wer im kommenden 8. Jahrgang am Polenaustausch teilnehmen möchte, der soll sich schon einmal an diesem Zungenbrecher versuchen:

W czasie suscy szosa sucha szybko schnie.
(In der Zeit der Trockenheit trocknet eine trockene Chaussee schnell.)

 

(Christian Wißbach)

 

Unser Austauschprogramm mit Polen wird gefördert durch

DAS DEUTSCH-SPANISCHE AUSTAUSCHPROGRAMM

Binissalem / Mallorca

Seit Juni 2009 besteht zwischen der Gesamtschule Brühl und dem Instituto de Educación Secundaria (IES – weiterführende Schule mit gymnasialer Oberstufe) in Binissalem / Mallorca ein festes Austauschprogramm. Sowohl unsere SchülerInnen als auch die GastschülerInnen sollen jeweils die andere Kultur sowie Land und Leute kennen lernen, neue Kontakte knüpfen und bisher erworbene sprachliche Kompetenzen vertiefen und erweitern.

 

Im Rahmen des Austauschprogramms werden die teilnehmenden SchülerInnen ab dem Schuljahr 2017/2018 in ein E-Twinning-Projekt eingebunden, in dem sie sich über zuvor festgelegte Themenbereiche mit ihren spanischen PartnerInnen regelmäßig auf einer Internetplattform austauschen.

 

Besuch und Gegenbesuch sollen möglichst im Laufe eines Schuljahres stattfinden. Die MallorquinerInnen kommen vorzugsweise in der Adventszeit zu uns nach Brühl, während wir im April/Mai nach Binissalem fahren. Die spanischen GastschülerInnen sind vorwiegend aus dem „3°curso“ und „4°curso“. Diese Klassenstufen entsprechen bei uns der 9. und 10. Klasse.

 

Die Austauschfahrt dauert in der Regel sechs Tage und beinhaltet neben Informationen über das spanische Schulsystem sowie der Teilnahme am Unterricht auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Darüber hinaus verbringen die SchülerInnen die verbleibende Zeit mit den Familien des jeweiligen Gastlandes.

 

(Sabine Maaß-Necib / Carola Elzer)

 

Leganés / Madrid

Seit Oktober 2015 bieten wir in Zusammenarbeit mit unserer Partnerschule IES Butarque in Leganés bei Madrid eine neue Form des Austauschs an.

 

Leider kann  der Austausch mit unserer ehemaligen Partnerschule in Leamington Spa/England seit einigen Jahren nicht mehr stattfinden, da an der Schule das Fach Deutsch nicht mehr unterrichtet wird. Zudem wird es immer schwieriger, eine Austauschschule in GB oder Irland zu finden, da immer weniger Schulen Deutsch als Fremdsprache anbieten.

 

Daher haben wir einen Austausch mit unserer Partnerschule in Leganés bei Madrid gestartet. An der Schule wird nicht Deutsch unterrichtet, vielmehr ist das Ziel des Austausches, Englisch als Fremdsprache anzuwenden. Dies trägt der Tatsache Rechnung, dass die SchülerInnen Englisch als Fremdsprache in der Realität des europäischen Kontextes häufiger in Sprachsituationen anwenden werden, bei denen sie es nicht mit Muttersprachlern zu tun haben. Zwar ist uns bewusst, dass dies einen Austausch mit GB nicht ersetzen kann, doch scheint es uns eine interessante Alternative, die sich in den letzten Jahren auch bewährt hat. Für die SchülerInnen, die ab dem elften Jahrgang Spanisch als Fremdsprache neu beginnen, ist außerdem die Möglichkeit gegeben, ein wenig in die spanische Kultur einzutauchen und erste Sprachkenntnisse anzuwenden.

 

Der Austausch dauert eine Woche und ist insbesondere für SchülerInnen der 10. Klasse gedacht. Unsere SchülerInnen reisen in der Regel im Oktober nach Leganés, die Gäste besuchen uns dann im März oder April.

 

(Klaus Sautmann)


Berichte von unseren Austauschfahrten

DAS DEUTSCH-FRANZÖSISCHE AUSTAUSCHPROGRAMM

Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler des 8. und 9. Jahrgangs


Seit Ende Mai 2009 bestehen Kontakte mit dem Collège André Malraux in Douai, einer Kleinstadt, ungefähr 30 km südwestlich von Lille (Nordfrankreich) gelegen.


Mit dem Collège André Malraux haben wir bereits ein festes Austauschprogramm aufgebaut. Sowohl unsere Schüler als auch die Gastschüler sollen jeweils das andere Land kennen lernen. Der Schulaustausch findet immer über zwei Jahre statt. Im März dieses Jahres hatten wir Besuch der französischen Gastschüler an unserer Schule. Nun findet der Gegenbesuch im März nächsten Jahres 2017 in Douai statt. Für die Schüler beider Nationalitäten ist es immer sehr interessant und motivierend in den Schulalltag der französischen bzw. der deutschen Schüler einzutauchen und das Familienleben kennen zu lernen. Der Austausch dauert immer eine komplette Woche und schließt auch das Wochenende mit ein. Das Wochenende wird meist in der Familie verbracht.


Die französischen Schüler sind vorwiegend aus der „4ième“ und der „3ième“ classe. Diese Klassenstufen entsprechen der 8.und 9. Klasse bei uns. Die französischen Schüler sind sehr motiviert und an einem deutschen Austauschpartner interessiert. Wir werden Ende März (27. bis 3. April) nach Douai fahren. Der Gegenbesuch in Brühl wird dann im Frühjahr 2018 stattfinden. Neben dem Besuch des Unterrichts wird auch ein Rahmenprogramm für die Austauschschüler organisiert. Dieses sieht gemeinsame Exkursionen nach Köln und Bonn (u.a. Haus der Geschichte, Beethovenhaus) vor. Ebenso erwartet uns auch ein umfangreiches Programm in Frankreich.

 

 

Brigitte-Sauzay-Programm

Die Gesamtschule der Stadt Brühl nimmt gemeinsam mit unserer französischen Austauschschule André Malraux in Douai am „Programme Brigitte Sauzay“ teil.


Das Brigitte Sauzay-Programm unterstützt Schüler der 8. bis 11. Klasse, die seit mindestens zwei Jahren Französisch lernen und einen individuellen Aufenthalt in Frankreich auf Austauschbasis absolvieren wollen. Der Zeitpunkt des Austausches wird in Abstimmung mit den verantwortlichen Lehrern der beteiligten Schulen gewählt. Während des Aufenthaltes sind die deutschen Schüler in der Familie ihres Austauschpartners untergebracht und besuchen acht bis 12 Wochen lang den französischen Unterricht. Die acht Wochen beziehen sich auf den Aufenthalt eines Schülers aus dem 8. Jahrgang. Die älteren Schüler können 12 Wochen in der Familie bleiben. Im Gegenzug nehmen die deutschen Schüler ihren französischen Partner in ihrer Familie auf und besuchen gemeinsam mit ihm die Schule in Deutschland. Das Programm beruht somit auf Gegenseitigkeit; die Aufenthalte sollen natürlich nicht gleichzeitig, sondern nacheinander stattfinden.


Dieses Programm fördert den interkulturellen Austausch sowie Sprachkenntnisse der Schülerinnen und Schüler. Es ist eine große Chance und auch eine Herausforderung für die jungen Schülerinnen und Schüler. Die Schüler sollten an Frankreich und an der französischen Sprache interessiert sein sowie über gute und stabile schulische Leistungen verfügen.


Da dieses Programm auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit beruht, ist die Teilnahme kostenfrei. Der Fahrtkostenzuschuss wird gemäß der Fahrtkostenzuschusstabelle der Richtlinien des DFJW (Deutsch-Französisches Jugendwerk) berechnet. Die Bewilligung erfolgt im Rahmen des bewilligten Programmbudgets. Der Zuschussantrag wird auf einer eigens dafür eingerichteten Online-Plattform ausgefüllt, ausgedruckt und vom Schulleiter und den Eltern unterschrieben. Die Bewilligung eines Zuschusses versteht sich nicht als Genehmigung zur Teilnahme am Brigitte-Sauzay-Programm. Diese Genehmigung kann nur vom Schulleiter und von den Erziehungsberechtigten der Schüler erteilt werden.


M. Heider-Köbele (Französisichlehrerin)

 

 

AUSTAUSCH MIT DEM COLEGIO PERUANO ALEMÁN MAX UHLE

Sprichst du Spanisch? Zieht es dich in die Ferne? Hast du Interesse an neuen Ländern und Kulturen?

Dann nimm doch an unserem Austauschprogramm nach Peru teil!!

 

Bereits seit dem Schuljahr 2010/ 2011 bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 9, 10 und 11 die Möglichkeit, eine peruanische Gastschülerin/-schüler der deutschen Schule in Arequipa, dem Colegio Peruano Alemán Max Uhle, aufzunehmen und selber nach Peru zu fahren.
Voraussetzung dafür ist, dass die SchülerInnen Spanisch lernen, gastfreundlich und weltoffen sind.

 

Zeiträume für den Peru-Austausch

In der Regel verbringen die peruanischen Schülerinnen und Schüler etwa zwei Monate von Anfang Oktober bis Anfang Dezember in Deutschland, wo sie in Gastfamilien untergebracht sind und „ganz normal“ zur Schule gehen.
Unseren Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9 und 10 bietet sich die Möglichkeit zum Gegenaustausch nach Arequipa. Auch dort werden sie in Gastfamilien untergebracht und am Unterricht der Max Uhle Schule teilnehmen.

Der Termin und Zeitraum (1 – 3 Monate; zumeist über die Sommerferien) werden individuell festgelegt.


Schülerinnen und Schüler der Oberstufe der Max Uhle Schule, die ein internationales Abitur (IB) ablegen wollen, haben die Möglichkeit zu einem weiteren Besuch in Deutschland. Im Allgemeinen ist hierfür ein Zeitraum von Ende Dezember bis Ende Februar vorgesehen.
Diese Variante richtet sich an unsere Schüler/innen der Jahrgangsstufen 11 und 12, die ebenfalls die Option auf einen Gegenbesuch haben.

 

Kosten für den Peru-Austausch

Der Austausch basiert auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit. Das bedeutet: Die peruanischen SchülerInnen werden in Deutschland von deutschen Gastfamilien betreut, verpflegt, „durchgefüttert“ etc. Alles andere muss von peruanischer Seite bezahlt werden. Beim Gegenbesuch fallen Kosten für den Flug nach Lima und den Weiterflug nach Arequipa an, zudem Taschengeld und evtl. Geld für den Schulbus. Kosten für Unterkunft, Verpflegung fallen nicht an, Schulgebühren in Peru müssen unsere SchülerInnen nicht zahlen.

 

(Astrid Pfeifer)

 


Weitere Informationen und Berichte