Erasmus+ an der Gesamtschule Brühl

"Development and Cooperation -

How to manage a Development Aid Projekt?" ist der Titel des Erasmus+-Projektes aus den Jahren 2014 bis 2016; erfolgreich arbeitete die Gesamtschule der Stadt Brühl mit Schulen in Spanien, Polen und der Schweiz zusammen.

ERASMUS+ PROJEKT IN DEN JAHREN 2014 BIS 2016

Development and Cooperation. How to manage a Development Aid Project?

Unter diesem Titel führte die Gesamtschule der Stadt Brühl/Europaschule in NRW von 2014 bis 2016 zusammen mit Schulen in Binissalem/Spanien, Kunice/Polen und Luzern/Schweiz ein von der EU finanziertes Erasmus+-Projekt durch.

 

Unser Projekt wurde von der Kultusministerkonferenz und dem PAD mit dem Erasmus+ Qualitätssiegel als ein Beispiel guter Praxis ausgezeichnet.

Urkunde

 

Genauere Informationen, Projektergebnisse und Fotos gibt es auf der

Projekt-Website

 

In einem früheren COMENIUS-Projekt zum Thema „Migration in der EU“ wurde den Schülerinnen und Schülern (im Folgenden SuS) deutlich, dass ein wichtiger Grund für die Migration die Armut in Entwicklungsländern ist. In diesem Projekt haben die SuS sich daher mit dem politischen und wirtschaftlichen Kontext der Armut auseinandergesetzt, speziell im Hinblick auf die europäische Kolonialgeschichte und die Geschichte der teilnehmenden Länder. Zusätzlich haben wir uns mit Maßnahmen der EU zur nachhaltigen Bekämpfung von Armut sowie mit der gemeinsamen EU Entwicklungspolitik beschäftigt.

Zudem sind in unserer globalisierten Welt die Jugendlichen beim Eintritt ins Berufsleben gefordert, auf internationaler Ebene zusammenzuarbeiten. Dazu sind unternehmerische, interkulturelle, sprachliche und IT-Kompetenzen erforderlich. Die SuS haben während des Projekts über einen längeren Zeitraum am Erwerb bzw. der Vertiefung der genannten Kompetenzen gearbeitet. Die internationale Anlage des Projekts hat dies erheblich gefördert.

Dieses Projekt

  • sollte von SuS und LehrerInnen aus den beteiligten Ländern realisiert werden
  • hatte zum Ziel, den SuS nachhaltig Erfahrungen in verantwortungsbewusstem Projektmanagement und Wirtschaften unter Berücksichtigung ethischer Maßstäbe zu vermitteln
  • sollte die SuS beim Erwerb und der Entwicklung transversaler Kompetenzen unterstützen
  • sollte Organisationen aus der Entwicklungshilfe sowie Partner vor Ort einbeziehen
  • sollte auch nach den zwei Projektjahren als AG an den beteiligten Schulen mit einer gemeinsamen Management-Struktur weitergeführt werden und Teil der jeweiligen Schulprogramme sein

 

Die vier beteiligten Schulen haben langjährige Erfahrung in europäischer Zusammenarbeit und haben in früheren COMENIUS-Projekten sowie Austauschmaßnahmen zusammengearbeitet. Sie fühlen sich der Förderung der IT-Kenntnisse der SuS verpflichtet und bieten alle bilinguale Module oder Zweige für ihre SuS an.

Die SuS haben während der Projektlaufzeit die verschiedenen Aspekte der Entwicklungszusammenarbeit kennengelernt. Dazu trafen sie sich viermal in den beteiligten Ländern zu einer gemeinsamen Arbeitswoche. Ihnen wurde klar, dass neben vielen anderen Aspekten fairer Handel eine wichtige Voraussetzung zur Verringerung der Armut in Entwicklungsländern darstellt (Treffen in Brühl). Die Grundlagen des Projektmanagements und des Aufbaus einer Firma wurden erarbeitet (Treffen in Binissalem und in Kunice). Zudem haben sie Kriterien für gute Entwicklungsarbeit entwickelt und sich dann für ein gemeinsames Projekt entschieden (Vermarktung von fair gehandelten Shirts aus Biobaumwolle), nachdem zuvor von jeder beteiligten Schule in Binissalem eine Projektidee vorgestellt worden war. In Kunice wurde über die Designs entschieden, die gemeinsam produziert und verkauft werden sollten, nachdem zuvor an allen Schulen ein Design-Wettbewerb durchgeführt worden war. Zudem wurde eine gemeinsame „Firmenstruktur“ und Vermarktungsstrategie entwickelt, wobei nur in Deutschland die offizielle Gründung einer Schülerfirma möglich ist. Nach dem Treffen in Polen wurden die ersten Shirts verkauft und nach einer kritischen Evaluation in Luzern wurden die Vermarktungsstrategien länderspezifisch angepasst.

Hier finden Sie einen Artikel aus dem KSTA zu unserem Projekttreffen in Brühl

 

Das Projekt hat bei SuS und LehrerInnen interdisziplinäres Denken, Kreativität und Innovation sowie Unternehmergeist gefördert. Die SuS haben Kenntnisse im internationalen Projektmanagement erworben und erfahren, dass unternehmerisches Handeln unter Beachtung ethischer Werte möglich und sinnvoll ist. Durch die Kooperation in internationalen Gruppen wurden interkulturelle und fremdsprachliche Kompetenzen in realistischen Lern- und Arbeitssituationen erworben und vertieft. So konnten die Motivation und das Selbstbewusstsein gestärkt werden, in internationalen Gruppen als Modell für ihr späteres Berufsleben zusammenzuarbeiten. Das Projekt stellte zudem eine Ergänzung zu den bilingualen Angeboten der Partnerschulen dar.

 

Das herausragende und wichtigste Ergebnis ist die Gründung einer internationalen Schülerfirma. Ein Fairtrade-Projekt zum Verkauf von Fairtrade-T-Shirts aus Biobaumwolle mit eigenen Designs konnte in Zusammenarbeit mit der Firma 3Freunde aus Deutschland realisiert werden. Die SuS haben zu diesem Zweck eine gemeinsame Schülerfirma gegründet, um die Shirts zu vermarkten. Dazu ist in allen Schulen für die Zeit nach Projektende eine von LehrerInnen aus dem Projekt betreute AG hervorgegangen, in der das Projekt dauerhaft weitergeführt wird.

Hier finden Sie einen Artikel aus dem KSTA zu unserer Schülerfirma

 

Es ist uns gelungen, bei den SuS eine gemeinsame Verantwortung als Bürger Europas im Kampf gegen die Armut in der Welt zu entwickeln und zu stärken. Zudem wurde im Rahmen dieser europäischen Zusammenarbeit eine positive Wahrnehmung der europäischen Idee erreicht.

 

Im Mai 2017 wurde unsere Schülerfirma mit dem Agenda-Preis der Stadt Brühl ausgezeichnet.

Urkunde

 

(Klaus Sautmann, Europakoordinator)