Corona-Hilfe für Kenia

Allen Spenderinnen und Spendern der Schulgemeinschaft möchten wir von Herzen danken für die großartige Unterstützung.

 

NAFSI aus Nairobi und die Dunga Primary School aus Dunga/ Kisumu sind unendlich dankbar. Die Originalnachrichten von NAFSI und der Dunga Primary School können am Ende dieses Artikels gelesen werden.

 

Insgesamt wurden 2355 € gespendet. Das ist wirklich großartig!!! Zudem wurden weitere Gelder aus unserer Projektkasse verwendet für Hilfsmaßnahmen in Kenia. Wir konnten in den vergangenen Jahren durch eigene Aktionen Geld erwirtschaften und zurücklegen, was eigentlich für Projekte mit afrikanischen Künstlergruppen in Brühl und Dunga und andere Projekte vorgesehen war. Aber in der jetzigen Pandemie-Krise war es wichtiger, unsere Projektpartner in Afrika in ihrer existenziellen Not zu unterstützen.

 

Die Dramatik der Lage wird deutlich durch die Schilderungen der Lehrerin Ruth: (Viele) Schulkinder haben nur einmal pro Tag eine Mahlzeit. Morgens gibt es einen Chai (Tee), und dann gibt es erst am Abend etwas zu essen. Es gibt Mädchen der Dunga Primary School, die inzwischen schwanger geworden sind. In ihrer Not „verkaufen“ sie sich, um an Geld oder Lebensmittel zu kommen. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Viktoria-See-Region nach wie vor ein HIV-/Aids-Hotspot ist. Durch die Notlage vieler Menschen und die zunehmende „Not“-Prostitution könnte sich das HI-Virus wieder stärker ausdehnen.

 

Situation in Nairobi und Hilfe für NAFSI in Nairobi

An NAFSI wurden am 20. Mai 2020 insgesamt 400 € gespendet. Für dieses Geld wurden Lebensmittel für die 12 Trainer und einige Kinder gekauft. Außerdem konnten damit die Strom- und Wasserrechnungen der Trainer beglichen werden.

 

Alle Fotos hierzu finden Sie unter diesem Link: https://photos.app.goo.gl/Ff5h9WuDXGqq2p9U8

 

Die Trainer, die selbst in den Slums von Nairobi leben, haben durch die Corona-Krise wegen der Kontaktsperre keine Möglichkeit Geld zu verdienen. In Kenia herrscht nach wie vor eine nächtliche Ausgangssperre. Kirchen, Moscheen, Schulen, Kindergärten, Universitäten, Geschäfte (außer Lebensmittelgeschäfte), Hotels, Kneipen und Restaurants waren über Monate geschlossen. Die Schulen werden voraussichtlich erst 2021 wieder mit dem Unterricht beginnen. Das wirtschaftliche Leben ist nach wie vor sehr eingeschränkt, in vielen Branchen komplett zusammengebrochen, was für einen Großteil der Bevölkerung Arbeitslosigkeit, den Wegfall der kompletten Einkommen und damit große existentielle Probleme und Hunger mit sich bringt. 80 % der Kenianer arbeiten im informellen Sektor und haben damit keinerlei Absicherung, in einigen Slums gab es bereits Hungerstote.

 

Für die Akrobatikgruppe NAFSI bedeutet Corona mit seinen Abstandsregeln den kompletten Verdienstausfall.  Es können keine Auftritte mehr stattfinden, wodurch sich das Projekt selbst finanziert hat. Auch Workshops in Schulen und in den Armenvierteln Nairobis sind verboten, so dass den 12 Trainern von NAFSI die komplette wirtschaftliche Basis weggebrochen ist. Den Trainern, die selbst in den Slums Nairobis (z.B. Kibera; dem größten Slum Afrikas) leben, fehlt Geld für Lebensmittel und Hygieneartikel und für die Miete. Steigende Lebensmittelpreise und Nahrungsmittelengpässe (z.B. durch Wegfall von Importen von Reis, Einbruch der Eigenproduktion durch die größte Heuschreckenplage seit Jahrzehnten und außerordentlich starke Überschwemmungen) erschweren die Situation zusätzlich. Anders als in Europa können die Menschen jedoch nicht auf Hilfe des Staates zählen.

 

 

Situation in Dunga und Hilfe an die Dunga Primary School – 1. Hilfspaket

In Dunga am Viktoriasee im Westen Kenias hatten außerordentlich starke Niederschläge und Stürme zu schweren Überschwemmungen und Verwüstungen geführt. An unserer Partnerschule, der Dunga Primary School, wurden die Wassertanks durch starke Windböen von den Dächern gefegt und zerstört, ebenso die Regenrinnen. Regenwasser stellt eine sichere Trinkwasserquelle für die Bevölkerung und für die Schulkinder dar. Leider hilft in Kenia nicht der Staat, solche Schäden an öffentlichen Schulen zu beheben. Und den Familien der Schulkinder fehlen aufgrund der aktuellen Geschehnisse jegliche finanzielle Mittel zur Reparatur bzw. Neukauf. Denn viele Menschen in Dunga sind Fischer und konnten und können wegen der Stürme bzw. wegen Verboten in der Corona-Zeit nicht fischen. Zusätzlich dazu haben die Beschränkungen durch Corona dazu geführt, dass viele Einheimische Probleme mit dem Absatz ihrer Produkte haben (z.B. Fisch oder Korbflechtarbeiten). Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren (z.B. in der naheliegenden Großstadt Kisumu) und auch sonstige Arbeitsmöglichkeiten im kleinen Hafen von Dunga fallen weg, da das Naturlehrzentrum geschlossen ist und somit die Arbeit für Tour-Führer, Bootsmänner, Fischverkäuferinnen wegfällt. Corona hat also auch hier erhebliche Auswirkungen auf das wirtschaftliche Leben und die Existenz der Menschen.

 

Am 8. Juni 2020 wurden 1000 € an Ecofinder Kenya überwiesen, mit deren Kooperation unsere Schule das Dunga-Brühl-Schulfreundschaftsprojekt seit 2014 durchführt. Francis Omungo von Ecofinder hat alle Hilfsmaßnahmen mit der Lehrerin Ruth Millicent Adhiambo und dem Schulleiter geplant und durchgeführt.

 

Mit diesem Geld wurde die komplette Trinkwasserversorgung an der Schule wiederhergerichtet, so dass alle Schulkinder Trinkwasser und Wasser zum Händewaschen haben werden. Es wurde ein „Riesen“Wassertank und Regenrinnen gekauft, einige kleinere Wassertanks konnten repariert werden.

 

Und wie „bestellt“ regnete es nach Abschluss der Arbeiten in Strömen, so dass sich die Wassertanks gleich füllen konnten.

 

Hilfe an die Dunga Primary School – 2. Hilfspaket

Am 26. Juni 2020 wurden nochmals 2600 € an Ecofinder Kenya überwiesen. Mit diesem Geld sollte die prekäre Ernährungssituation der Schulkinder etwas gebessert werden. Leider konnte ein Mittagessenangebot an der Schule nicht realisiert werden, wie wir es eigentlich vorgesehen hatten. Wegen des Ausnahmezustands in Kenia sind große Menschenansammlungen noch nicht erlaubt.

 

Aus diesem Grunde wurden Pakete mit Grundnahrungsmitteln (Reis, Maismehl, getrocknete Mung- und rote Bohnen, Zucker und Öl) an insgesamt 359 Schulkinder verteilt werden, damit sich wenigstens für eine gewisse Zeit die Ernährungssituation in den Familien entspannen kann. Außerdem wurden an alle Schulkinder Seifen und an die Mädchen Damenbinden vergeben.

 

Sicherlich ist dieses „Care-Paket“ in diesen schwierigen Pandemiezeiten nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“, denn die Ernährungssituation wird weiterhin sehr kritisch bleiben. Doch für die Schulkinder und deren Familien in Dunga war diese Geste von unvergleichlichem Wert, denn sie haben sich in diesen Zeiten nicht von der Welt vergessen gefühlt und waren sehr, sehr glücklich oder auch mit Ruths Worten ausgedrückt: „… the smile you put on us will last a life time“.

 

Wer noch oder weiterhin für die Dunga Primary School spenden möchte und kann, damit wir ein weiteres Hilfspaket mit Nahrungsmitteln oder einem Essensangebot in der Schule schnüren können, kann dies unter folgender Kontoverbindung tun:

 

Freunde und Förderer der Gesamtschule Brühl

Stichwort: „Corona-Hilfe für Kenia“

Raiffeisenbank Hürth

BIC: GENODED1FHH

IBAN: DE19 3706 2365 1507 0320 16

 

Im Anschluss finden Sie nun die Originalworte von Ruth (Dunga) und Lucy (Nairobi).

 

Wir danken allen Spender*innen nochmals sehr für die großzügige Hilfsbereitschaft.

 

Astrid Pfeifer 

 

 

Originalworte aus Dunga und Nairobi

 

Ruth Millicent Adhiambo, Dunga Primary School:

08. Juni 2020: “I´m humbled. On behalf of the school I must register my appreciation and thankfulness. God bless you people richly.”

 

23. Juni 2020: “May I take this opportunity to sincerely thank you and entire Bruhl school community for the great concern and support. The implementation was successfully done. The school is nor well equipped with water harvesting and storage. God bless you people abundantly.”

 

14. Juli 2020: “Once again on behalf of Dunga School, allow me to express our heartfelt gratitude for your great concern and continued support. The learners and their parents were very, very happy. They also sent their appreciation. I must acknowledge that the smile you put on us will last a life time. May the Almighty bles you and all your team.”

 

 

Lucy Akinyi, Nafsi Africa, 8. Juni 2020

“We are also great over here and managing to keep safe during this period of the pandemic. Our government is finding every possible way to test people and lifting lockdown in areas that were totally locked down. Though the numbers are still increasing day by day and making us worried with the ongoing situation. We were expecting our President to ease curfew that was starting 7pm to 5am but instead extended the time from 9pm to 4am meanwhile the social distancing we have to practice and its unfortunate that we can’t get back to our normal activities because gatherings are not allowed until next 30 days. But we are hoping everything will go on well in due time and life will resume back to normal again.

Our trainers and few children who are beneficiaries were very much happy to receive the food stuff during this time. They said lots of thanks for all of you who donated the food stuff.

For the trainer we considered giving ksh1000 to cater for electricity and water bills.

Below are attachments of the money transfer, shopping and taxi receipts and of photos.

We are sorry for the delay to send the report on time because we could not reach to all the people who receive food donation.

On behalf of Nafsi Africa we are most thankful to all the people who donated this money to Nafsi Africa in Nairobi Kenya. Be more blessed.”

 

 

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