Erasmus+-Austausch in Casale Monferrato, Italien
Der Erasmus+-Austausch führte Schülerinnen aus der EF/Q1 der Gesamtschule Brühl vom 01. bis 07. März 2026 nach Casale Monferrato im Norden Italiens. Während ihres Aufenthalts lebten sie in Gastfamilien und erhielten direkte Einblicke in den Alltag ihrer italienischen Austauschpartnerinnen. Unterschiede im Tagesablauf, gemeinsame Mahlzeiten und Gespräche über Schule und Freizeit boten zahlreiche Gelegenheiten, kulturelle Besonderheiten zu erkennen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei erweiterten die Schülerinnen im täglichen Austausch ihre interkulturellen Kompetenzen sowie ihre Fremdsprachenkompetenzen, da sie sich überwiegend auf Englisch, teilweise auch auf Spanisch verständigten. Im Laufe der Woche entstanden enge Freundschaften zwischen den deutschen und italienischen Schülerinnen.
Am „Cesare Balbo“-Gymnasium begleiteten die Schülerinnen ihre Partnerinnen in verschiedene Unterrichtsstunden und lernten die schulischen Abläufe vor Ort kennen. Der Fokus lag dabei auf dem Besuch des Fremdsprachenunterrichts, unter anderem Englisch, Spanisch und Chinesisch.
Ein zentraler Bestandteil der Woche war das Praktikum in der italienischen Sekundarstufe, das die deutschen und italienischen Schülerinnen eigenständig vorbereiteten und vor Ort durchführten. Sie planten eine Deutschstunde mit den Schwerpunkten Begrüßungen und Verabschiedungen sowie der deutschen Jugendsprache. In Kleingruppen führten sie die Unterrichtsstunde insgesamt in vier verschiedenen Klassen durch und unterstützten die jüngeren Schüler*innen bei der Aussprache und beim Verstehen und Sprechen kurzer deutscher Sätze. Dabei machten sie die Erfahrung, Inhalte verständlich zu erklären und sprachlich flexibel zwischen Deutsch, Englisch und teilweise Italienisch zu wechseln. Besonders wertvoll war die direkte Rückmeldung der italienischen Schüler*innen, die das Interesse an der deutschen Sprache deutlich machte und die vorbereitete Stunde wertschätzten.
Zum Programm der Woche gehörten verschiedene Einblicke in die regionale und kulturelle Umgebung. Während einer Stadtführung durch Casale Monferrato, die italienische Jugendliche vorbereitet hatten, lernten die Teilnehmerinnen zentrale historische Orte und Wahrzeichen der Stadt kennen.
Zudem besuchten die Schülerinnen ein von Schüler*innen gestaltetes Labor, in dem sie sich intensiver mit der Geschichte des Asbests in Casale Monferrato auseinandersetzten. Dort wurde ihnen vermittelt, welche Rolle die ehemalige Eternit-Fabrik für die Stadt spielte und welche weitreichenden gesundheitlichen Folgen der jahrzehntelange Umgang mit Asbest für viele Bewohnerinnen und Bewohner hatte. In diesem Zusammenhang setzten sich die Schülerinnen auch mit Fragen von Verantwortung und Erinnerungskultur auseinander. Ergänzend dazu besuchten sie den Park Eternot, der heute als Gedenkstätte an die Opfer der Asbestindustrie erinnert und zugleich als Symbol für die Umwandlung eines belasteten Ortes in einen Raum der Erinnerung steht.
Auch die Themen Nachhaltigkeit und bewusster Konsum wurden immer wieder aufgegriffen. Ein Besuch der traditionsreichen Krumiri-Bäckerei verdeutlichte handwerkliche Herstellungsprozesse der lokalen Spezialität. Bei einer Marktrallye in Casale setzten sich die Schülerinnen mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln auseinander und diskutierten Kriterien für nachhaltige und ausgewogene Ernährung.
Im Lavazza Museum in Turin informierten sich die Schülerinnen über Kaffeeproduktion, globale Lieferketten und Initiativen für faire Arbeitsbedingungen. Eine geführte Tour durch Turin bot zudem Einblicke in die Kultur und Geschichte der Region. Die Schülerinnen besuchten eine Ausstellung zu Thomas Mann in der Universität und erhielten Eindrücke vom studentischen Alltag sowie vom Leben des Schriftstellers.
Den Abschluss der Mobilitätswoche bildete ein Besuch in Mailand. Im Rahmen einer Stadtrallye erkundeten die Schülerinnen zentrale Bereiche der Stadt und hatten anschließend Zeit für die eigenständige Besichtigung wichtiger Sehenswürdigkeiten. Begleitend zur gesamten Mobilität dokumentierten die Schülerinnen ihre Eindrücke in einem kurzen Vlog, in dem sie Themen der Nachhaltigkeit und ihre Erasmus-Erfahrung festhielten.
Die Woche in Italien bot vielfältige Möglichkeiten, Sprache praktisch anzuwenden, eine andere schulische Umgebung kennenzulernen und Erfahrungen mit europäischen Partnern zu sammeln. Gleichzeitig spiegelten sich zentrale Schwerpunkte der Gesamtschule Brühl wider: Schule der Zukunft mit Blick auf digitale Kompetenzen, Nachhaltigkeit und internationale Zusammenarbeit sowie die bewusste Auseinandersetzung mit Europa als gemeinsamem Bildungs- und Begegnungsraum. Der Austausch trug zudem dazu bei, europäische Freundschaften und Kontakte zu festigen und die Verbundenheit mit den europäischen Partnerländern nachhaltig zu stärken.
Elisa Kruse & Marcella Venghaus für das Team Erasmus+
cofunded by the European Union
